Best Practices

Konkrete Tipps aus unseren Vorträgen — für den sicheren digitalen Alltag in der Familie.

Überlegungen beim Smartphone

  • Überlegen Sie, ob Ihr Kind mobile Daten bekommt oder nur zuhause im WLAN surft. WLAN zuhause lässt sich absichern — öffentliches WLAN bei McDonalds, Starbucks oder auf Plätzen ist oft ungefiltert
  • Bedenken Sie: Im Zweifel sieht Ihr Kind kritische Inhalte auf den Telefonen der Freunde — technische Sperren allein reichen nicht
  • Nutzen Sie die Familienaccounts von Apple und Google, um Einschränkungen auf dem Telefon Ihres Kindes einzurichten — bebilderte Anleitungen finden Sie auf schau-hin.info: iOS und Android
  • Setzen Sie Funktionen wie Bildschirmzeit ein, um die Nutzungsdauer einzelner Apps zu begrenzen
  • Spezielle Apps wie YouTube Kids geben nur Zugriff auf freigegebene Inhalte — Ihr Kind kann aber über den Browser weiterhin auf alle Videos zugreifen. Besprechen Sie den Umgang daher gemeinsam

Regeln für Social Media

  • Legen Sie gemeinsam fest, welche Funktionen genutzt werden dürfen (z.B. WhatsApp: Messenger, Stories)
  • Klären Sie, wie Sie als Eltern auf den Plattformen mit Ihrem Kind interagieren — dürfen Sie mit Ihrem eigenen Account folgen? Darf Ihr Kind Inhalte vor der Verwandtschaft verbergen?
  • Richten Sie gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen ein (z.B. privates Instagram-Profil)
  • Sprechen Sie über den Umgang mit „Empfehlungen" der Plattform (z.B. automatisch abspielende Videos bei YouTube)
  • Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann, wenn es verstörende Inhalte sieht

Games

  • Wie bei Social Media: Informieren Sie sich, stellen Sie Fragen und erarbeiten Sie gemeinsam Regeln
  • Spiele, die ähnlich aussehen, können ganz andere Zielgruppen ansprechen (z.B. PUBG und Fortnite) — schauen Sie genau hin
  • Ein Spiel darf ruhig ein paar Euro kosten. Kostenlose Spiele sind oft darauf ausgelegt, durch Wartezeiten zu frustrieren und zum Kauf von In-Game-Items zu verleiten

Digitale Bilder

  • Erarbeiten Sie gemeinsam ein Regelwerk, bevor Ihr Kind das erste Mal chattet
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind: Vor dem Posten und Verschicken von Bildern immer kurz nachdenken — was persönlich ist, sollte persönlich bleiben
  • Machen Sie Ihr Kind aufmerksam: Bei unbekannten Kontakten immer misstrauisch sein — wie lässt sich sicherstellen, wer wirklich dahintersteckt?
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die Blockierfunktion nutzt und wie es Beweise sichert und Vorfälle meldet

Cybergrooming

  • Ermutigen Sie Ihr Kind, jedes ungute Gefühl ernst zu nehmen und sich jederzeit an Sie zu wenden — ohne Scham oder Schuldgefühle
  • Sichern Sie Beweise: Screenshots der Nachrichten und des Profils erstellen, bevor etwas gelöscht wird
  • Melden Sie das Profil über die Meldefunktion der jeweiligen Plattform
  • Blockieren Sie den Nutzer, damit kein weiterer Kontakt zu Ihrem Kind möglich ist
  • Melden Sie den Vorfall bei jugendschutz.net — auch wenn es im Einzelfall keine direkten Folgen hat, hilft die Dokumentation langfristig
  • Erstatten Sie mit den gesicherten Beweisen Anzeige bei der Polizei
  • Suchen Sie bei ernsthafter Beeinträchtigung professionelle Hilfe — Beratung bieten z.B. juuport.de, zartbitter.de oder die Nummer gegen Kummer

Hatespeech

  • Lassen Sie Hass nie unkommentiert stehen — lehnen Sie diskriminierende Aussagen klar ab und argumentieren Sie mit Fakten. Tipps und Memes finden Sie z.B. auf no-hate-speech.de
  • Melden Sie Beiträge und Profile über die Meldefunktion der Plattform — die Überprüfung dauert meist nur wenige Stunden bis Tage
  • Dokumentieren Sie Vorfälle: Screenshots machen, URL und Profilnamen speichern — das erleichtert eine spätere Anzeige, auch wenn der Beitrag bereits gelöscht wurde
  • Erstatten Sie Anzeige bei strafbaren Inhalten (Volksverhetzung, Beleidigung, etc.) — in Baden-Württemberg geht das auch über die Internetwache der Polizei